Mitglieder-Information – Mai 2019

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Förderer
der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart!


Nach dem Hinweis auf das Opernschultreffen im vergangenen Rundschreiben, möchten wir Ihnen heute die nächste Produktion „unserer“ Opernschule im Wilhelma Theater ganz besonders ans Herz legen:

Die Opern des Komponisten Hans Werner Henze haben eine große und lange Tradition in Stuttgart – eine („König Hirsch“) wurde 1985 am Staatstheater Stuttgart uraufgeführt, zwei weitere erlebten ihre Bühnenpremiere im besonderen Ambiente des Schwetzinger Barocktheaters. Die Stuttgarter Opern-schule knüpft nun also an diese Tradition an, wenn sie Ende Mai mit Henzes Oper „Elegie für junge Liebende“ eines jener Werke auf die Bühne des Wilhelma Theaters bringt, das in Schwetzingen uraufgeführt wurde (damals, 1961, mit Dietrich Fischer-Dieskau in der Hauptpartie des Dichters Gregor Mittenhofer). Man darf sehr gespannt sein, was ein so junges Ensemble knapp 60 Jahre nach der Uraufführung aus diesem Stoff macht, dem ursprünglich ein englisches Libretto von Wystan Hugh Auden und Chester Kallman zugrunde lag.

„Der Geist des Menschen muss sich entscheiden für die Vollkommenheit des Lebens oder des Werkes“ – diesen Satz von William Butler Yeats hat W.H. Auden als Motto seinem Libretto vorangestellt. Und so kreist die Opernhandlung also um den Dichterfürsten Mittenhofer, der vampirartig seine Umwelt für sein künstlerisches Schaffen benutzt. Am Ende steht schließlich der Tod zweier Liebender, durch den es Mittenhofer dann erst gelingt, sein neues Gedicht, die Elegie, zu vollenden. Henze hat in dieser Kammeroper einen menschlichen Konflikt mythischer Dimensionen vertont: Wieweit kann, soll, darf der Künstler für seine Kunst gehen? Leben und Kunst? Kunst = Leben? Leben oder Kunst? Nutzt und benutzt der Kunstschaffende andere Menschen, Kollegen zur Durchsetzung seiner Interessen? Bereits im Studium stellen sich auch und gerade für die jungen KünstlerInnen diese grundsätzlichen Fragen.

Mit der „Elegie für junge Liebende“ bringt die Stuttgarter Opernschule unter der musikalischen Leitung von Bernhard Epstein und in der Inszenierung von Kornelia Repschläger also ein Stück auf die Bühne, das den Studierenden inhaltlich besonders nah ist, und das Stuttgart nun auch noch eine weitere Henze-Oper zurückbringt, nachdem im „Großen Haus“ zuletzt „Der Prinz von Homburg“ in einer sehr erfolgreichen Produktion zu sehen war. Die Premiere ist am 31. Mai 2019 um 19 Uhr; weitere Vorstellungen folgen am 02., 04. und 08. Juni 2019. Ich würde mich freuen, Sie dort zu sehen!

Herzliche Grüße

Dr. Stefan Völker
Vorsitzender